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Georg Böhm


Das Orgelgesamtwerk auf CD

GEORG BÖHM (1661-1733)

2011 ist den 350. Geburtstag Georg Böhms (1661-1733) gefeiert.
Bis heute existieren kaum vollständige CD-Aufnahmen von Böhms Orgelgesamtwerk. Organisten beschränken sich in der Regel auf eine kleine Auswahl seiner Werke. Von Böhms Orgelmusik wurde bis heute noch kein Autograph gefunden; ein Großteil seiner Musik ist uns in einer cembaloartigen Notation durch Kopisten überliefert.


Böhms Ideal war die große Orgel. Seit seinem Dienstantritt 1698 als Organist der Johanniskirche in Lüneburg hatte er fortwährend probiert, die ursprünglich niederländische Orgel des Orgelbauers Hendrick Niehoff zur Gänze in den hamburgischen Stil umbauen zu lassen. Dies gelang ihm im Jahre 1712.
Wir wissen nur wenig über den Menschen Böhm. Für Informationen über zahlreiche Facetten seines Werkes müssen daher externe Quellen herangezogen werden. Im Zuge der Einspielung von Böhms Orgelwerken hat Stef Tuinstra versucht, Antworten zu finden auf die vielen Fragen, die Böhm und seine Musik aufwerfen.

Der Komponist lebte und arbeitete in einer Zeit des Wandels: auch die klassische norddeutsche und thüringische Orgel-und Kirchenmusik des 17. Jahrhunderts wurde im ersten Viertel des 18. Jahrhunderts durch den galanten Stil beeinflusst, der vor allem durch Einflüsse des italienischen und französischen Opernstils geformt wurde. Diese Entwicklung findet sich auch bei Böhm, weshalb die von ihm angewendeten Formen in seinen freien Werken viel kompakter sind als die seiner illustren älteren Kollegen Buxtehude und Reincken. Relativ neu für Norddeutschland war auch die Einführung der Choralpartita nach Pachelbelschem Vorbild sowie des Choralzyklus'; zusammen bilden sie eine Art Orgelkantate mit verschiedenen klanglichen Umsetzungen des Affekts.
In Kombination mit der Zusammenschmelzung der deutsch-italienischen mit der französischen Aufführungspraxis formte sich ein gänzlich neuer Stil. Dieser wurde später von Händel, Telemann und Bach zu einem Höhepunkt  geführt, was möglicherweise der Grund dafür sein kann, dass Georg Böhm als Pionier relativ unbekannt geblieben ist. 


Bei dieser Einspielung hat Stef Tuinstra einen noch wenig praktizierten Aspekt der barocken Aufführungspraxis realisiert, nämlich das Hinzufügen improvisatorischer Elemente – wie z.B. Basso continuo oder andere Akkordtöne zum Füllen der Harmonie –  zu auskomponierten Stücken. Hierdurch wird auf natürliche Weise eine Verbindung zwischen Böhms Orgelmusik und seinen Kantatenkompositionen hergestellt. 
Seit Michael Praetorius (1619) bestand das Ideal des Orgelspiels aus der Imitation eines ganzen Orchesters und Chors; eine Praxis, die laut Johann Mattheson zu dessen Zeit noch wenig Nachahmung gefunden hatte, weil sie schwierig zu verwirklichen war

Stef Tuinstra spielte den Großteil der Orgelwerke Böhms auf der von Jürgen Ahrend um 1990 restaurierten und rekonstruierten 4-manualigen Schnitger-Orgel der Hamburger St.Jacobi-Kirche ein.
Zum Zeitpunkt des Baus dieses Instruments war Böhm sechs Jahre lang Mitglied der Gemeinde dieser Kirche. 
Ein paar Orgelwerke sind zweimal aufgenommen: außer auf der Hamburger Orgel sind sie auch noch auf der Hinsz-Orgel (1731) von Zandeweer du hören. 



Lesen Sie hier alles über die Geschichte beider Instrumente: Chroniken und Dispositionen

Ein Teil der Kompositionen, der nicht eindeutig für die Ausführung auf einem bestimmten Tasteninstrument bestimmt ist, wurde überdies auf dem Cembalo aufgenommen. Stef Tuinstra spielt diese Werke auf einem Cembalo von Christian Zell aus 1728, das sich im Besitz des Museums für Kunst und Gewerbe in Hamburg befindet.


Der Tripel-CD-Album mit ausführlichem Booklet ist am 15. Dezember 2011 erschienen und kostet 
€ 33,95 exklusive Versandkosten (Europa € 6,80, Weltweit € 10,54).
Sehen sie in dem Webshop links oben bei Orgel CDs.

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